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“Eine Art Glücksbringer”: Die legendäre Lottofee Karin Tietze-Ludwig wird morgen 70 Jahre alt Eigentlich wollte sie Stewardess werden

Die Fernsehansagerin mit der blonden Föhnfrisur war für die Deutschen mehr als 30 Jahre lang Glücksgöttin Fortuna. Am Dienstag, 31. Mai, wird Lottofee Karin Tietze-Ludwig 70 Jahre alt. “Es gab Hans Rosenthal, Hans-Joachim Kulenkampff, Heinz Schenk und dann kam gleich Karin Tietze-Ludwig”, sagt Franziska Reichenbacher über die TV-Präsenz ihrer Vorgängerin. Zusammen mit “Tagesschau”-Sprecherin Dagmar Berghoff zählt Tietze-Ludwig zu den bekanntesten Frauen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens der vergangenen Jahrzehnte.

“Wer ist heute noch 30 Jahre auf dem TV-Schirm zu sehen? Sie hat eine beeindruckende Marke gesetzt”, formuliert es Reichenbacher. Dazu gehört einer der legendärsten Sätze der deutschen TV-Geschichte, der bis Mai 1986 jeden Samstagabend bei der ARD-Ziehung der Lottozahlen zu hören war: “Der Aufsichtsbeamte hat sich vor der Ziehung vom ordnungsgemäßen Zustand des Ziehungsgeräts und der 49 Kugeln überzeugt.”

Zwölf Jahre später, also 1998, machte Tietze-Ludwig aus persönlichen Gründen Schluss mit dem Fernsehen. “Ich freue mich nun auf ein ganz normales Hausfrauendasein, das ich bisher ja nur nebenbei geführt habe”, hatte die Mutter eines Sohnes nach ihrer Verabschiedung gesagt.
Ihr Mann, der Redakteur Hans-Jürgen Tietze, starb nur wenige Jahre später. Karin Ludwig-Tietze zog sich danach aus der Öffentlichkeit zurück. Inzwischen habe sie diesen Schlag überwunden und nehme wieder regen Anteil am kulturellen Leben etwa in Frankfurt, heißt es bei ihrem Sender, dem Hessischen Rundfunk (HR).

“Nicht schön genug”

Eigentlich wollte Tietze-Ludwig, die im mittelhessischen Biedenkopf aufwuchs, Stewardess werden. Dies soll ihr aber der Vater verboten haben. Fernsehen kam für sie erst gar nicht infrage. “Dazu bist Du nicht schön genug”, dachte sie ursprünglich. Doch 1964 bewarb sich die Fremdsprachenkorrespondentin, die damals noch in der Pressestelle der US-Fluggesellschaft TWA arbeitete, als Sprecherin beim HR.

Die Lottozahlen präsentierte sie erstmals 1967 – noch vor der Einführung des Farbfernsehens im selben Jahr. “Wir mussten uns ganz neue Kleidung suchen”, erinnerte sie sich 40 Jahre später an diesen Umbruch im TV. “Es war oft so, dass Kleider schön geschnitten, aber die Farben schlecht waren.”
Die Leute hielten sie noch immer “für eine Art Glücksbringer”, sagte Tietze-Ludwig, die auch Bücher über das Glück geschrieben hat, vor rund einem Jahr dem Magazin “Stern”. “Es gibt eine ganze Menge Leute, die noch gar nicht mitbekommen haben, dass ich seit über zehn Jahren nicht mehr im Fernsehen bin.”

“Sie hatte etwas Formvollendetes und sieht auch heute genauso aus, wie wir sie in guter Erinnerung haben, sie ist einfach die Lottofee Karin Tietze-Ludwig”, sagt ihre Nachfolgerin Reichenbacher. Dazu gehört auch Disziplin, die Tietze-Ludwig von ihrer Mutter gelernt habe, heißt es im Sender. So würde sie beispielsweise nie ungeschminkt zum Briefkasten gehen.

Die Blondine, die jahrzehntelang Woche für Woche Menschen zu Millionären machte, hat selbst nur sporadisch getippt. “Mein höchster Gewinn waren mal 3,95 Mark für drei Richtige”, sagte sie der Zeitschrift “Frau im Spiegel” im Jahr 2007. Und: Mit einem Millionengewinn würde sie unter anderem “ein paar Reisen unternehmen”. Reisen gehört neben Golf zu ihren großen Leidenschaften. So ist die Grande Dame der Lottozahlen auch Wochen vor ihrem 70. Geburtstag auf Achse und dem HR zufolge weder in ihrem Haus in Spanien noch in dem in der Wetterau zu erreichen.

Die Fernsehansagerin mit der blonden Föhnfrisur war für die Deutschen mehr als 30 Jahre lang Glücksgöttin Fortuna. Am Dienstag, 31. Mai, wird Lottofee Karin Tietze-Ludwig 70 Jahre alt. ]]>