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gewinn beim lotto

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Lotterie

[732] Lotterie (franz. loterie. von lot, »Los«), ein Glьcksspiel, das in einzelnen Lдndern nur vom Staate selbst, in andern wenigstens unter Aussicht desselben veranstaltet wird, und bei dem man durch die Zahlung eines Einsatzes die Aussicht auf einen Gewinn erwirbt. Man unterscheidet zwei Arten dieses Spiels: die alte hollдndische oder Klassenlotterie (auch schlechthin L. genannt) und die genuesische oder Zahlenlotterie (Lotto). Bei der Klassenlotterie ist die Anzahl und GrцЯe sowohl der Einsдtze (Lose) als auch der Gewinne planmдЯig festgestellt ( Ziehungsplan ). Um dem Publikum die Teilnahme zu erleichtern, werden nicht nur neben den ganzen Losen auch halbe, Viertel- und Achtellose (so in PreuЯen, in Sachsen auch Zehntel) ausgegeben, sondern es wird auch die Ziehung aller zusammengehцrigen Lose in mehrere Zeitabschnitte verlegt, so daЯ der Spieler den Betrag seines Loses ratenweise fьr jede Ziehung (Klasse) entrichten kann, ohne jedoch zur Fortsetzung des Spiels bis aus Ende gezwungen zu sein. Oft wird ihm, wenn sein Los in der ersten Ziehung herauskommt, ein Freilos fьr die nдchste gegeben. Die nicht untergebrachten Lose spielen auf Rechnung der Unternehmer. In den auf bestimmte Tage festgesetzten Ziehungen werden sдmtliche Nummern[732] in ein Glьcksrad, die Gewinne in ein andres Glьcksrad getan. Nun wird zu gleicher Zeit, gewцhnlich von zwei Waisenknaben mit verbundenen Augen, von dem einen eine Nummer aus dem einen Rad und von dem andern ein Gewinn aus dem andern Rad gezogen. Fьr die letzte Ziehung werden in der Regel die meisten und auch der hцchste Gewinn aufgespart, der als groЯes Los die Erwartung der Spielenden in Spannung erhдlt. Die in einer Klasse gezogenen Nummern werden durch gedruckte Listen, Lotterie – oder Ziehungslisten , цffentlich bekannt gemacht. Zur Deckung der Unkosten, Bezahlung des Kollekteurs und um einen Vorteil fьr die Unternehmung zu erhalten, wird von jedem Gewinn ein Abzug gemacht, der sich auf 14–16 Proz. (PreuЯen 15 1 /2 Proz., Sachsen 15 Proz.) zu belaufen pflegt. Diese Summe verliert die Gesamtheit der Spieler. Klassenlotterien als Staatslotterien bestanden im J. 1904 in PreuЯen (196,000 Stammlose, 28,000 Freilose, die bis zu ihrer Ausgabe fьr Rechnung der Lotteriekasse mitspielen, mit 100,000 in fьnf Klassen verteilten Gewinnen und einer Prдmie; jдhrlich zwei Ziehungen, ein ganzes Los kostet 200 Mk. fьr alle Klassen), Sachsen (100,000 Lose in fьnf Klassen, zu 250 Mk. Einsatz, jдhrlich zwei Ziehungen mit je 50,000 Gewinnen), Braunschweig (100,000 Lose mit 50,000 Gewinnen, in sechs Klassen mit 144 Mk. Einsatz), Hamburg (111,000 Lose, sieben Klassen, zusammen 144 Mk. Einsatz), Mecklenburg-Schwerin (60,000 Lose, sechs Klassen, Einsatz insgesamt 144 Mk.); die thьringischen Staaten, Anhalt, die beiden Lippe haben 1897 die Thьringisch-Anhaltische Staatslotterie begrьndet, die seit dem 1. Jan. 1902 mit der seit 1899 bestehenden Hessischen L. zur »Mitteldeutschen Staatslotterie« vereinigt und in 14 deutschen Staaten zugelassen ist (100,000 Lose, sechs Klassen, 41,000 Gewinne, Vollos: 168 Mk.). Endlich ist zu erwдhnen: Lьbeck (seit 1898). Bremen hat keine eigne L., hat aber das Recht, Lose zu vertreiben, an die Braunschweiger L. verpachtet. Wegen der sofort zu erwдhnenden Lotterievertrдge mit PreuЯen fallen in Zukunft die Lotterien von Mecklenburg, Hessen-Thьringen und Lьbeck fort. AuЯerhalb Deutschlands besitzen Staatslotterien: Ungarn, Holland, Spanien, Dдnemark und Serbien. England hat seine L. 1826, Frankreich die seinige 1832 aufgehoben. Цsterreich und Italien haben noch die Zahlenlottos.

Die Konkurrenz, welche die verschiedenen Staatslotterien sich in Deutschland machten, hat PreuЯen veranlaЯt, durch Staatsvertrдge andre Staaten zur Aufgabe ihrer eignen Lotterien zu bewegen, bez. zu bestimmen, durch Verbote aller Lotterien auЯer der preuЯischen »die Einfallstore fьr zahlreiche andre Lotterien zu verschlieЯen«. Solche Vertrдge sind im J. 1904 abgeschlossen mit Lьbeck und Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz und im J. 1905 mit den hessisch-thьringischen Staaten; die »Mitteldeutsche Staatslotterie« hцrt 1. Juni 1906 zu bestehen auf. Nach einer Erklдrung des preuЯischen Finanzministers in der Sitzung des preuЯischen Abgeordnetenhauses vom 14. Mдrz 1905 schweben Verhandlungen mit andern Staaten, und der Minister hofft, daЯ man auf diesem Weg allmдhlich zu einem befriedigenden Zustand auf dem ganzen Lotteriemarkt PreuЯens und Deutschlands kommen werde. Die Hoffnungen auf eine deutsche Reichslotterie werden wohl an den Interessen der Einzelstaaten scheitern. Jedenfalls haben die Verhandlungen, die, Zeitungsnachrichten zufolge, von PreuЯen mit Hamburg und Braunschweig gepflogen sein sollen. zu greifbaren Resultaten nicht gefьhrt, wдhrend die entsprechenden Verhandlungen mit ElsaЯ-Lothringen 1905 ergebnislos verlaufen sind. ReuЯ j. L. hat den mit Sachsen bestehenden Staatslotterievertrag zum 31. Dez. 1906 gekьndigt und wird nur noch die preuЯische Staatslotterie zulassen.

Durch Strafbestimmungen suchen die Staaten fremde Lotterien von ihren Gebieten fernzuhalten. So hat namentlich PreuЯen verschiedene Gesetze erlassen. Die neueste Regelung ist das Gesetz vom 29. Aug. 1904. Hiernach ist sowohl das Spielen in auЯerpreuЯischen, im Kцnigreiche nicht zugelassenen Lotterien mit Strafe bedroht (Geldstrafe bis zu 600 Mk. im Nichtbeitreibungsfall Hast), als auch das Verkaufen, Anbieten, Bereithalten zur VerдuЯerung (besonders wenn es gewerbsmдЯig geschieht) sowie jede Hilfeleistung beim gewerbsmдЯigen Verkauf, z. B. durch Einrьcken einer Anzeige, einer Gewinnliste etc. in eine preuЯische Zeitung. Hierbei wird jeder einzelne Fall als eine selbstдndige Handlung betrachtet und beim ersten und zweiten Rьckfall die Strafe gesteigert. Den auЯerpreuЯischen Lotterien sind alle auЯerhalb PreuЯens veranstalteten Ausspielungen beweglicher oder unbeweglicher Gegenstдnde gleichzuachten. Eine Klage des preuЯischen Fiskus auf Herausgabe des von einer in PreuЯen nicht zugelassenen deutschen Landeslotterie gezahlten Gewinnes ist im J. 1887 vom Reichsgericht abgewiesen worden (vgl. »Juristische Wochenschrift« 1887, S. 267).

Bayern bestraft sowohl das Spielen als auch das Verkaufen, Sammeln, Einladen, Ankьndigen etc. bei allen in Bayern nicht zugelassenen Lotterien (Polizeistrafgesetzbuch vom 26. Dez. 1871, Art. 57, 57a). In Sachsen war bisher nur der Vertrieb der auswдrtigen Lose strafbar und lediglich die Teilnahme an auswдrtigen Lottos und Zahlenlotterien verboten; seit dem Gesetz vom 25. Mдrz 1904 ist aber auch hier das Spielen in auswдrtigen Lotterien verboten.

Das Deutsche Reich bestraft in § 286 des Strafgesetzbuches das Veranstalten von цffentlichen Lotterien und von цffentlichen Ausspielungen ohne obrigkeitliche Erlaubnis, und als Ьbertretung in § 360, Nr. 14, des Strafgesetzbuches das unbefugte Halten von Glьcksspielen auf einem цffentlichen Weg, einer StraЯe, einem цffentlichen Platz oder in einem цffentlichen Versammlungsort. Das Reichsgesetz, betreffend die Abzahlungsgeschдfte vom 16. Mai 1894, § 7, bestraft den Handel mit Lotterielosen oder Bezugs- oder Anteilscheinen auf solche gegen Teilzahlung. Die Gewerbeordnung verbietet den Handel im Umherziehen; vgl. § 56, Nr. 5, § 56 a, Nr. 2, § 148, Nr. 7 a. Weiter unterwirft das Deutsche Reich die Lose цffentlicher Lotterien sowie Ausweise ьber Spieleinlagen bei цffentlich veranstalteten Ausspielungen von Geld oder andern Gewinnen einer Stempelabgabe, die bei inlдndischen Losen etc. 20 Proz., bei auslдndischen 25 Proz. betrдgt (vgl. Reichsstempelgesetz vom 14. Juni 1900, § 25 ff., mit Tarif Nr. 5. Befreit sind die genehmigten Lotterien bei einem Gesamtbetrag der Lose unter 100 Mk., und wenn zu ausschlieЯlich mildtдtigen Zwecken bestimmt unter 25,000 Mk.). Die Veranstaltung einer Privatlotterie ist meist an staatliche Erlaubnis geknьpft, die nur fьr wohltдtige, wissenschaftliche und kьnstlerische Zwecke, und zwar unter der Bedingung erteilt zu werden pflegt, daЯ nur Wertgegenstдnde (keine Geldgewinne) ausgelost werden. Nach dem цsterreichischen Gesetz vom 28. Mдrz 1889, betr. Schuldverschreibungen mit Prдmien,[733] ferner Ankьndigung und Anempfehlung verbotener Lose und Lotterien (sogen. Lossperrgesetz ), mьssen auslдndische Lose, die vor dem 1. Mдrz 1889 in den im Reichsrat vertretenen Kцnigreichen und Lдndern in Verkehr gesetzt worden sind, sowie gewisse ungarische Lose, um ihre Gьltigkeit nicht zu verlieren, behцrdlich abgestempelt werden. Ьber die Besteuerung in Цsterreich s. Wieser , Artikel »Gebьhrengesetz« im »Цsterreichischen Staatswцrterbuch« (Wien 1895, I, S. 586 ff.). – In zivilrechtlicher Beziehung wurde das Lotteriegeschдft frьher wohl als eine Art Hoffnungskauf behandelt; richtiger und dem Bьrgerlichen Gesetzbuch allein entsprechend dьrfte jedoch die Auffassung als Spielvertrag sein. Ein solcher ist nach § 762 des Bьrgerlichen Gesetzbuches nicht klagbar, das auf Grund des Spieles Geleistete kann aber nicht deshalb zurьckgefordert werden, weil eine Verbindlichkeit nicht bestanden habe. Ein Lotterie- oder Ausspielvertrag wird aber gemдЯ § 763 rechtsverbindlich, wenn die L. oder die Ausspielung staatlich genehmigt ist. Die Genehmigung steht den einzelnen Bundesstaaten zu, die Genehmigung in einem Bundesstaat wirkt aber fьr das ganze Deutsche Reich; daher sind die von einzelnen Staaten erlassenen Verbote des Spielens in auswдrtigen Lotterien (s. oben) zivilrechtlich ohne Bedeutung. Der Lotterievertrag wird in der Regel durch Ьbernahme eines Originalloses gegen Berichtigung des planmдЯigen Einsatzes abgeschlossen. Wer ein solches Los (Inhaberpapier) besitzt und zum Spielen behдlt, gilt fьr dessen Eigentьmer. Die Zusendung unbestellter Lose erfolgt ganz auf Gefahr des Zusenders. Das bloЯe Liegenlassen solcher Lose verpflichtet den Empfдnger nicht zur Zahlung des Einsatzes, berechtigt ihn aber auch nicht zum Bezug darauf gefallener Gewinne. Etwas anders ist es allerdings beim Weiterspielen eines bestellten Loses in spдtern Klassen; hier muЯ Schweigen als Annahme gelten. Grundlage des Rechtsverhдltnisses zwischen Unternehmung und Spieler ist der Ziehungsplan. Der Gewinner kann den Unternehmer oder auch den Kollekteur um Zahlung angehen; meist ist dieses Wahlrecht auf eine bestimmte Frist beschrдnkt, nach deren Ablauf nur noch der Kollekteur angegangen werden kann.

Bei der Zahlenlotterie ( Lotto ) werden aus einem Glьcksrad, in dem sich die Zahlen von 1–90, die sogen. Nummern, einzeln in Kapseln verschlossen befinden, an festgesetzten Tagen je 5 Nummern gezogen, die gewinnen, wдhrend alle andern verlieren, und zwar erhalten die Spieler, die auf jene Nummern gesetzt hatten, ein Vielfaches ihres Einsatzes. Der Spieler kann entweder eine einzige Nummer (bez. mehrere einzelne) besetzen, indem er darauf wettet, daЯ sie ьberhaupt mit gezogen wird (simpler Auszug, estratto, estra), oder daЯ sie an einer bestimmten Stelle (etwa zuerst oder zu dritt oder zuletzt) herauskommt (auf den Ruf setzen), oder er kann 2 (Ambe), 3 (Terne), 4 (Quaterne) oder gar 5 (Quinterne) Nummern besetzen und darauf wetten, daЯ eben diese 2,3,4 oder 5 Nummern zusammen gezogen werden. Die Nummern kцnnen zwar mit beliebig hohen Summen besetzt werden, doch behдlt sich die Lottokasse fьr den Fall der Ьberhдufung eine Beschrдnkung vor. Fьr alle diese Fдlle stehen besondere Gewinne in Aussicht, die, wenn die Lottokasse auf jeden Vorteil verzichtete, sich umgekehrt zu dem Einsatz verhalten mьЯten wie die gegenseitigen Wahrscheinlichkeiten, zu gewinnen. Da nun das Glьcksrad 90 Zahlen enthдlt, so ist die Wahrscheinlichkeit, eine gezogene Nummer zu erraten, = 1 /90, oder es werden durchschnittlich 90 Nummern gezogen werden mьssen, bis eine bestimmte herauskommt. Werden nun 5 Nummern gezogen, so ist die Wahrscheinlichkeit, daЯ unter diesen eine besetzte Nummer sich befindet, 5 /90 oder 1 /18. Fьr den Spieler ist demnach nur ein Fall, fьr die Kasse aber sind 17 Fдlle gьnstig, weshalb dieselbe eigentlich dem gewinnenden Spieler auЯer seinem Einsatz noch das Siebzehnfache desselben vergьten mьЯte. Bei einem bestimmten Auszug verringert sich die Wahrscheinlichkeit, zu gewinnen, fьr den Spieler auf 1 /90, und er mьЯte demnach im Fall des Gewinnens das 90fache seines Einsatzes zurьckerhalten. In Wirklichkeit wird aber weniger, in Цsterreich fьr den unbestimmten einfachen Auszug das 14-, fьr den bestimmten das 57fache gezahlt. In derselben Weise ergeben sich die Gewinne fьr die Amben, Ternen etc. Aus 90 Zahlen lassen sich nach der Kombinationslehre 4005 verschiedene Amben, 117,480 Ternen, 2,555,190 Quaternen und 43,949,268 Quinternen zusammensetzen. Da nun in den gezogenen 5 Nummern 10 Amben, 10 Ternen, 5 Quaternen und 1 Quinterne enthalten sind, so mьЯten die von der Lottokasse ausgesetzten Gewinne einschlieЯlich des Einsatzes fьr eine Ambe das 400 1 /2fache, fьr eine Terne das 11,748fache, fьr eine Quaterne das 511,038fache und fьr eine Quinterne das 43,949,268fache betragen. Statt dessen aber gewдhren die Lottokassen fьr Ambe, Terne und Quaterne je nur rund das 250-, 5000- und 64,000fache, wдhrend die Besetzung der Quinterne meist nicht gestattet ist. Die Gesamtheit der Spieler kann demnach im Durchschnitt nicht gewinnen, die Kasse aber nicht verlieren. Ziemlich verbreitet ist die Annahme, dem Spieler stehe doch ein sicherer Gewinn in Aussicht, wenn er nur beim Spiel ausharre und seinen Einsatz von Ziehung zu Ziehung erhцhe. Dieselbe ist nicht begrьndet. Denn um nur die Wahrscheinlichkeit fьr sich zu haben, daЯ die besetzte Nummer auch wirklich einmal gezogen wird, mьЯte die Erhцhung schon eine grцЯere Zahl von Spielen hindurch stattfinden. Dies scheitert einmal an der Begrenztheit des Vermцgens, dann aber auch daran, daЯ die Kasse sich vorbehдlt, zu hohe Einsдtze auf eine Nummer zurьckzuweisen. GroЯe Summen werden im Lotto auЯerordentlich selten gewonnen. Wie hoch ьbrigens die Verluste des spielenden Publikums im ganzen sind, beweisen die erheblichen Einnahmen, welche die Lottokasse erzielt. In Bayern hatte, solange das (jetzt aufgehobene) Lotto dort bestand, nur ein einziges Mal (1853) die Kasse einen Verlust (70,000 Gulden), sonst stets einen jдhrlichen Reingewinn von mehr als 1 Mill. Gulden (1859 von 3,389,320 Gulden) gehabt. Heute besteht das Lotto noch in Цsterreich (1891–95,5 Jahre: 30,330 Mill. Gulden Reingewinn) und in Italien (1892/93: ca. 26 Mill. Lire).

Sowohl in volkswirtschaftlicher als in moralischer Hinsicht ist das Lotteriespiel, wie jedes andre Glьcksspiel, verwerflich. Es veranlaЯt fьr Tausende unvermeidliche Verluste (man berechnet, daЯ fьr die deutschen Staatslotterien jдhrlich ca. 234,951,200 Mk. von den Spielern ausgegeben werden, wovon 157,652,900 an die Spieler zurьckgelangen, 39,16 Mill. auf den Reichsstempel und 37,14 Mill. auf die unternehmenden Staaten und die Kollekteure entfallen) und teilt dafьr Gewinne aus, die, wenn sie klein sind, wieder auf die L. verwendet werden, wenn sie groЯ sind, in der Regel dem Gewinnenden keinen Segen bringen. Noch nachteiliger ist aber die moralische Wirkung. Die L. nдhrt die Aussicht[734] und den Hang, ohne Mьhe reich zu werden, sie fцrdert die Gewohnheit, auf unbestimmte Glьcksfдlle, statt auf FleiЯ und Einsicht zu bauen, sie bietet dem Aberglauben Nahrung und fьhrt nicht selten den unglьcklichen Spieler selbst auf den Weg des Verbrechens. Ьbrigens ist das Lotteriespiel um so verderblicher, je mehr es durch Kleinheit der Einsдtze, Teilbarkeit der Lose etc. auch den Дrmern zugдnglich ist, und je mehr es durch Hдufigkeit der Ziehungen den Spieler geistig beschдftigt, also das Zahlenlotto viel mehr als die Klassenlotterie. Die Klassenlotterie kam schon gegen das Ende des Mittelalters auf, wurde jedoch anfangs und namentlich noch wдhrend des 16. Jahrh. gewцhnlich fьr wohltдtige Zwecke angestellt. So war in London die erste Ziehung 1569 und der ЬberschuЯ zum Unterhalt der Seehдfen bestimmt, in Paris 1572 zur Ausstattung armer Jungfrauen. Das Lotto stammt aus Genua, wo bei Ergдnzung des GroЯen Rates aus je 90 Namen 5 gelost wurden; dies gab Veranlassung, auf die einzelnen Kandidaten Wetten anzustellen. Spдter wurde hieraus, indem man statt der Namen bloЯe Zahlen anwendete, das fцrmliche Lotto, das aber erst im 18. Jahrh. auch auЯerhalb Genua Eingang fand. Frankreich und England haben indessen schon seit lдngerer Zeit dem Glьcksspiel in jeder Form einen Riegel vorgeschoben; in Deutschland hat man einen wichtigen Schritt in dieser Beziehung durch Aufhebung der Spielbanken in Bдdern getan (s. Glьcksspiele). Eine eigenartige Kombination von Sparsystem mit Zinsenlotterie ist das sogen. Scherlsche Sparsystem . Vgl. Bender , Das Lotterierecht (2. Aufl., GieЯen 1841); F. Endemann , Beitrдge zur Geschichte der L. und zum heutigen Lotterierecht (Bonn 1882; neuer Abdruck, Berl. 1899); Cohn in Endemanns »Handbuch des Handelsrechts«, Bd. 3, S. 36; Marcinowski , Das Lotteriewesen im Kцnigreich PreuЯen (Berl. 1892; Ergдnzungsheft 1894); Ashton , History of English lotteries (Lond. 1893); Brandt , Das Lotteriewesen unserer Zeit (Hamb. 1894); Borchers , Die Staatslotterien des Deutschen Reiches (Braunschw. 1895); AЯmann , Der Handel mit Losen und Anteilscheinen etc. (Bochum 1898); Sieghart , Geschichte und Statistik des Zahlenlottos in Цsterreich (Wien 1898) und Die цffentlichen Glьcksspiele (das. 1899); Schanz’ »Finanzarchiv«, Bd. 16, S. 907 (Stuttg. 1899); J. Mьller , Die L. vom praktischen Standpunkt (Prag 1899); Furbach , Ьbersichtliche Gewinnberechnung der preuЯischen Klassenlotterie (3. Aufl., Oppeln 1900); L. Joseph , Almanach 1900, Nachschlagebuch fьr Kollekteure und Losehдndler (Neustrelitz 1900); v. Heckel im »Handwцrterbuch der Staatswissenschaften«, 2. Aufl., Bd. 5 (Jena 1900); »Unsre Lotterien, Fьhrer durch die Staatslotterien Deutschlands« (von Alb. Lьdtke, Berl. 1902); Zabel , Die gesetzlichen Bestimmungen ьber Glьcksspiele, Lotterien, Ausspielungen und Wetten (Bresl. 1903); Endemann , Lehrbuch des bьrgerlichen Rechts, 9. Aufl., Bd. 1, S. 1176 ff. (Berl. 1903); Theisen , Staatslotterie und Reichsgericht (Elberf. 1904); Mayet , L. und Sparen (Berl. 1904); Bajoński , Kritik und Reformen der deutschen Staatslotterien als Finanzregalien (das. 1904); Nina , La teoria del lotto di Stato (Turin 1905). S. auch Glьcksspiele.

L. heiЯt auch ein beliebtes Unterhaltungs-Glьcksspiel mit Karten . Jeder Mitspieler nimmt sich von den 32 Blдttern einer deutschen Karte eine oder mehrere (gewцhnlich 2) und gibt dem Bankhalter fьr das Blatt einen bestimmten Einsatz. Mit einer zweiten Karte besorgt dann der Bankhalter das Abziehen von 9 Blдttern so, daЯ 4 Paare untereinander gelegt werden; das neunte Blatt ist das »groЯe Los«. Fьr jede Karte des ersten Paares hat der Bankier den einfachen, fьr jede des zweiten Paares den doppelten, fьr jede des dritten Paares den dreifachen, fьr jede des vierten Paares den vierfachen und fьr das groЯe Los den neunfachen Einsatz zu bezahlen (Ziehung 1.–5. Klasse).

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